Vorab-Nikolaus-Leviten für Clap und Society

Schicky, Micky, Kir Royal: Zwei

Münchner Vip-Magazine im Duell

München – Wer braucht eigentlich den ganzen Promi-Quatsch? Tja, Freunde, wer so fragt, der glaubt auch, dass Marketing Bildermalen nach Zahlen ist. Von den Promis und ihrem Tun zehrt ein großes Journalisten-Heer. In München, der TV-Heimat von Kir Royal, gucken zwei Printmagazine durchs Schlüsselloch auf die Vips von Medien & Marketing. Clap und Society heißen die beiden. Ein paar Tage vor dem Nikolausfest müssen sie zur Blattkritik. Ring frei zum Duell der aktuellen Ausgaben.

Das Layout...,
...Böhling und Häuser..
...und ihr Clap-Mag!
Layout und...
...der Society-Titel...
..von Korosec und Kalka


• Facts & figures: Society ist angeblich 10,- € teuer, Clap kostet 3,- . Aber beide gibt es im Prinzip kostenlos. Society, ein Baby des Marktführers werben und verkaufen (W&V), ist eine Ab-und-zu-Beilage. Hochwertig gedruckt – mit so vielen Chefs, fast wie beim Spiegel: Chefredakteur ist Jochen Kalka (Foto). Die Reaktionsleitung haben Thomas Forster und Conrad Breyer; darüber die Geschäftsführer Martin Korosec und Karl Ulrich. Flache Hierachien dagegen beim Konkurrenten Clap. Die Ex-W&V-Redakteure Peter Bulo Böhling und Daniel Häuser (Foto) machen das Heft, seit Gründung vor fünf Jahren, praktisch im Alleingang. Heute ist Clap eine Insidermarke. 8x pro Jahr geht das Heft, ebenso kostenlos, an rund 2000 Marketing-Promis.
• Die Anzeigen: Hier übernimmt Clap eindeutig in Führung: 9 1/1Seiten 4c auf 36 Seiten, Society nur knapp 5 bei 52 Seiten Heftumfang. Macht 9:5 für Clap.
• Das Titelblatt: Clap (hier der Click zur Site) präsentiert aktuell die einstige TV-Chefin Christiane zu Salm. Sie guckt verlockend, wie einst als MTV- und 9Live-Kommandantin und hätte damit auch gut in Bunte gepasst. Society dagegen (keine eigene Website) hat einen Schwarz-weiß-Mann auf dem Titel. Von hinten. Es ist der Aussteiger Wolfgang Schuldlos. Keine Lust mehr auf Globalisierung bei Zenithmedia. Passende Story zum depressiven Herbst.

Clap gewinnt, weil Christiane das Mädchen ist von Seite 1.
• Der Inhalt: Society ist, so die Unterzeile, ein Lifestyle-Magazin und will Tiefen ergründen. Viele Marketing-Men, viele Antworten: Warum Publicis-Manager Axel Wallrabenstein nicht mehr in der Partei ist. Warum Dietrich zu Gumppenberg (wbpr) Kutschen sammelt und P.M.-Chef Hans-Hermann Sprado ein Krimibuch geschrieben hat. Interessantes zum Lesen – würde aber auch der W&V gut stehen. Clap ist dünner, aber dafür witziger und durch Typo und Fotos modern in der Performance. Einiges ist ausm Archiv („Bitte Führerschein zeigen. Sind Sie das aufm Foto?“), aber der Großteil sind Eigen-Kreationen (z.B. die Formation einer Medien-Marketing-Promi-Band). Hier tippen die Chefs persönlich und das mit Herzblut. Die Liebe zum Detail ist erkennbar, die kleinen Boshaftigkeiten auch.
• Fazit: Clap und Society sind Beweis dafür, dass sich Print-Magazine immer noch lohnen. Fraglich ist allerdings, ob zum übernächsten Nikolaus (6.12.2012) nicht ein Magazine schon wieder vom Markt ist...                     Peter Ehm
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